Warum dieser Wert so gefährlich ist
Anders als bei pH oder Temperatur gibt es hier keinen "akzeptablen Idealbereich" – der Zielwert ist immer 0 mg/l. Ammonium selbst ist bei neutralem pH-Wert relativ ungiftig, wandelt sich aber bei steigendem pH-Wert zunehmend in das deutlich giftigere Ammoniak (NH3) um, das die Kiemen der Fische direkt schädigt.
In einem eingefahrenen Aquarium wird Ammonium normalerweise sofort von nitrifizierenden Bakterien zu Nitrit und weiter zu Nitrat abgebaut. Das Problem entsteht fast immer in neu eingerichteten Becken, in denen sich dieser Bakterienstamm noch nicht ausreichend angesiedelt hat – daher der Name "Einlaufphase".
Grenzwerte im Überblick
| Wert | Einstufung | Handlungsbedarf |
|---|---|---|
| 0 mg/l | Normal | keiner |
| 0,25 mg/l | Warnsignal | Ursache prüfen, Wasserwechsel |
| 0,5 mg/l | Kritisch | sofortiger Wasserwechsel |
| >1,0 mg/l | Akute Lebensgefahr | Notmaßnahmen, siehe unten |
Warum der Wert ansteigt
Die häufigsten Ursachen:
Neu eingerichtetes Becken: Die nitrifizierenden Bakterien im Filter haben sich noch nicht ausreichend angesiedelt (dauert typischerweise 4–6 Wochen).
Überfütterung: Nicht gefressenes Futter zersetzt sich und setzt zusätzliches Ammonium frei.
Zu hoher Besatz zu schnell: Wird das Becken zu schnell mit zu vielen Fischen besetzt, übersteigt die Ausscheidungsmenge die Kapazität der Filterbakterien.
Filterausfall oder -reinigung: Werden die Filtermedien zu gründlich unter Leitungswasser gereinigt, sterben die Bakterien ab und der Abbau bricht kurzzeitig zusammen.
Tote Tiere oder Pflanzenreste: Unbemerkt verwesendes Material im Becken setzt große Mengen Ammonium frei.
Was tun bei erhöhtem Wert?
Bei einem messbaren Ammonium-/Ammoniakwert gilt: sofort handeln, nicht abwarten.
Sofortiger Wasserwechsel: 30–50 % des Wassers wechseln, um die Konzentration direkt zu verdünnen.
Fütterung stoppen: Für 1–2 Tage nicht füttern, um keine zusätzliche Belastung zu erzeugen.
Ursache finden: Toten Fisch, verrottende Pflanzenreste oder Futterreste im Bodengrund suchen und entfernen.
Bakterienstarter einsetzen: Spezielle Filterbakterien-Präparate können die Einlaufphase beschleunigen, ersetzen aber keinen Wasserwechsel.