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Ammonium & Ammoniak im Aquarium

Ammonium (NH4⁺) und Ammoniak (NH3) entstehen aus Fischausscheidungen und Futterresten – und sind der gefährlichste Wert überhaupt in neu eingerichteten Becken. Hier erfährst du, warum das so ist, welche Grenzwerte gelten und was du im Ernstfall sofort tun musst.

Zielwert
0mg/l
0 mg/l ideal – jeder messbare Wert ist ein Alarmsignal 0,25–0,5 mg/l bereits kritisch >0,5 mg/l akute Gefahr

Warum dieser Wert so gefährlich ist

Anders als bei pH oder Temperatur gibt es hier keinen "akzeptablen Idealbereich" – der Zielwert ist immer 0 mg/l. Ammonium selbst ist bei neutralem pH-Wert relativ ungiftig, wandelt sich aber bei steigendem pH-Wert zunehmend in das deutlich giftigere Ammoniak (NH3) um, das die Kiemen der Fische direkt schädigt.

In einem eingefahrenen Aquarium wird Ammonium normalerweise sofort von nitrifizierenden Bakterien zu Nitrit und weiter zu Nitrat abgebaut. Das Problem entsteht fast immer in neu eingerichteten Becken, in denen sich dieser Bakterienstamm noch nicht ausreichend angesiedelt hat – daher der Name "Einlaufphase".

Grenzwerte im Überblick

WertEinstufungHandlungsbedarf
0 mg/lNormalkeiner
0,25 mg/lWarnsignalUrsache prüfen, Wasserwechsel
0,5 mg/lKritischsofortiger Wasserwechsel
>1,0 mg/lAkute LebensgefahrNotmaßnahmen, siehe unten

Warum der Wert ansteigt

Die häufigsten Ursachen:

01

Neu eingerichtetes Becken: Die nitrifizierenden Bakterien im Filter haben sich noch nicht ausreichend angesiedelt (dauert typischerweise 4–6 Wochen).

02

Überfütterung: Nicht gefressenes Futter zersetzt sich und setzt zusätzliches Ammonium frei.

03

Zu hoher Besatz zu schnell: Wird das Becken zu schnell mit zu vielen Fischen besetzt, übersteigt die Ausscheidungsmenge die Kapazität der Filterbakterien.

04

Filterausfall oder -reinigung: Werden die Filtermedien zu gründlich unter Leitungswasser gereinigt, sterben die Bakterien ab und der Abbau bricht kurzzeitig zusammen.

05

Tote Tiere oder Pflanzenreste: Unbemerkt verwesendes Material im Becken setzt große Mengen Ammonium frei.

Was tun bei erhöhtem Wert?

Bei einem messbaren Ammonium-/Ammoniakwert gilt: sofort handeln, nicht abwarten.

01

Sofortiger Wasserwechsel: 30–50 % des Wassers wechseln, um die Konzentration direkt zu verdünnen.

02

Fütterung stoppen: Für 1–2 Tage nicht füttern, um keine zusätzliche Belastung zu erzeugen.

03

Ursache finden: Toten Fisch, verrottende Pflanzenreste oder Futterreste im Bodengrund suchen und entfernen.

04

Bakterienstarter einsetzen: Spezielle Filterbakterien-Präparate können die Einlaufphase beschleunigen, ersetzen aber keinen Wasserwechsel.

Bei neu eingerichteten Becken: Setze in den ersten 4–6 Wochen nur wenige, robuste Fische ein und kontrolliere Ammonium engmaschig. Das ist der mit Abstand häufigste Grund, warum Anfänger kurz nach dem Ersteinrichten Fische verlieren.

Häufig gestellte Fragen

Welcher Ammoniumwert ist normal?
Der Zielwert ist immer 0 mg/l — jeder messbare Wert ist ein Warnsignal und sollte ernst genommen werden.
Wie lange dauert die Einlaufphase eines neuen Aquariums?
Typischerweise 2 bis 6 Wochen, abhängig davon, ob Starterbakterien eingesetzt werden und wie groß das Becken ist.
Was tue ich sofort bei erhöhtem Ammonium?
Sofortiger Wasserwechsel von 30 bis 50 Prozent, Fütterung für 1 bis 2 Tage aussetzen und die Ursache (z. B. tote Tiere oder Futterreste) suchen.

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