Warum CO2 gezielt gedüngt wird
Pflanzen benötigen CO2 für die Photosynthese, genau wie Landpflanzen es aus der Luft aufnehmen. In unbepflanzten oder schwach bepflanzten Becken reicht meist das natürlich durch Fischatmung entstehende CO2 (ca. 2–5 mg/l) aus. In dicht bepflanzten Aquarien mit hohem Lichteinsatz wird jedoch häufig gezielt zusätzliches CO2 eingeleitet, um kräftiges, gesundes Pflanzenwachstum zu ermöglichen – ohne ausreichend CO2 limitiert das Pflanzenwachstum trotz guter Düngung und Beleuchtung.
Der kritische Punkt: Zu viel CO2 verdrängt gelösten Sauerstoff und macht es Fischen schwerer, ausreichend Sauerstoff aufzunehmen – die Symptome ähneln denen von Sauerstoffmangel.
Wie CO2 typischerweise überwacht wird
Da direkte CO2-Tests aufwendig sind, nutzen die meisten Aquarianer einen Dauertest (Drop Checker): eine kleine Glasampulle mit spezieller Indikatorflüssigkeit, die je nach CO2-Sättigung die Farbe wechselt – meist Blau (zu wenig), Grün (ideal) oder Gelb (zu viel). Das gibt eine visuelle Dauerkontrolle, ohne ständig einzelne Tests durchführen zu müssen.
Warum der Wert schwankt
Technische Probleme: Ein defekter Druckminderer oder ein leerer CO2-Vorrat führen zu plötzlichen Schwankungen in beide Richtungen.
Falsch eingestellte Einleitrate: Zu viele Blasen pro Sekunde erhöhen die CO2-Konzentration schneller, als Pflanzen sie verbrauchen können.
Fehlende Zirkulation: Ohne gute Wasserbewegung kann sich CO2 an bestimmten Stellen im Becken ungleichmäßig verteilen.
CO2 auch nachts eingeschaltet: Ohne Photosynthese verbrauchen Pflanzen nachts kein CO2 mehr, wodurch sich unnötig hohe Werte aufbauen können, während gleichzeitig der Sauerstoffgehalt sinkt.
Was tun bei Abweichung?
Bei zu niedrigem CO2 (Pflanzen wachsen schlecht, Drop Checker bleibt blau): Einleitrate schrittweise erhöhen, dabei Fischverhalten im Blick behalten.
Bei zu hohem CO2 (Fische schnappen nach Luft, Drop Checker gelb): Sofort die Einleitrate reduzieren oder CO2-Zufuhr ganz stoppen, zusätzlich mit einem Ausströmerstein belüften, um überschüssiges CO2 auszutreiben und den Sauerstoffgehalt zu erhöhen.
CO2-Zufuhr an eine Zeitschaltuhr koppeln: Automatisches Abschalten während der Dunkelphase verhindert nächtliche Überdosierung.
Mit dem Licht synchronisieren: CO2 idealerweise 1–2 Stunden vor dem Licht starten und mit dem Licht wieder abschalten.
Drop Checker regelmäßig ablesen: Tägliche Kontrolle, besonders in den ersten Wochen nach dem Einrichten einer CO2-Anlage.